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IDD: Es wird auch in Zukunft Provisionen und Boni geben
26. November 2018

IDD: Es wird auch in Zukunft Provisionen und Boni geben

Die gute Nachricht zuerst: Es wird auch in Zukunft Provisionen und Boni für unabhängige Vermittler geben. Die „Versicherungsvermittlungsnovelle 2018“, die am 19.10.2018 vom Wirtschaftsministerium veröffentlicht wurde, enthält keine gegenteiligen Bestimmungen. Wie die Vergütung der Zukunft aussehen kann, wurde am AssCompact Trendtag diskutiert.


Die gute Nachricht zuerst: Es wird auch in Zukunft Provisionen und Boni für unabhängige Vermittler geben. Die „Versicherungsvermittlungsnovelle 2018“, die am 19.10.2018 vom Wirtschaftsministerium veröffentlicht wurde, enthält keine gegenteiligen Bestimmungen. Wie die Vergütung der Zukunft aussehen kann, wurde am AssCompact Trendtag diskutiert.

IDD: Es wird auch in Zukunft Provisionen und Boni geben

„Die Novelle bringt keine gravierenden Änderungen, aber starke Anpassungen an qualitative Kriterien“, bringt der Leiter des Arbeitskreises Recht im Fachverband der Versicherungsmakler, Dr. Klaus Koban, die neuen gesetzlichen Regelungen zur Vergütung auf den Punkt.

Was die Zukunft der Vergütung betrifft, hatte AssCompact am Trendtag zur Podiumsdiskussion mit Versicherern und Maklern eingeladen. Das Fazit der Diskussion vorweggenommen: Alle Teilnehmer bekannten sich zu Provisionen und Boni als Form der Vergütung, wenn auch die Branche von einheitlichen Regelungen noch weit entfernt ist.

Ein klares Bekenntnis zur Provision kam von Donau CEO Dr. Ralph Müller: „Ich finde eine Provision nichts Unanständiges, es ist eine faire Form der Vergütung. Die ganze Wirtschaft funktioniert so.“ Seine Gesellschaft sei daran interessiert die bestehenden Systeme Provision und Bonifikation in den Grundzügen weiterzuführen.

Dass es von den Versicherern keine einheitliche Linie in der Frage der Provisionen und Boni gibt, liege daran, dass ein neues Gesetz über ein Land drüberschwappe, dessen Rahmenbedingungen bisher nicht klar gewesen seien, so Helvetia Vorstand Werner Panhauser: „Wir Versicherer dürfen uns ja untereinander nicht absprechen. Das kann dazu führen, dass im Zuge der Marktfindung unterschiedliche Dinge ausgeschickt werden.“

Die Pflicht zur Offenlegung sieht Fachverband-Konsumentensprecher Rudolf Mittendorfer ambivalent: „Grundsätzlich muss ich dem Kunden sagen, ob ich entlohnt werde – aus Honoraren, aus Provisionen oder aus einer Kombination aus beiden. Das dient der Transparenz, ich sehe das nicht negativ. Ob es Nutzen hat oder nicht, sei dahin gestellt.“

IGV Vorstand Gerald Tschrepitsch riet zur schriftlichen Transparenz: „Wir schlagen unseren Mitgliedern vor, die Offenlegung im Maklervertrag zu formulieren, in weiterer Folge in den allgemeinen Geschäftsbedingungen und letztlich auch im Beratungsprotokoll.“

HDI Vorstand Günter Weiß, riet den Vermittlern dazu, bei der Beratung grundsätzlich auf Schriftlichkeit zu setzen: „Dokumentation ist alles! Was nicht geschrieben ist, gilt nicht, das ist ein wichtiger Punkt!“

Generali Vorstand und VVO Sprecher Arno Schuchter fasste zusammen: „Es gibt keinen Versicherer, der die IDD als Schutzschild nimmt keine Boni mehr auszuzahlen.“ Allerdings werde man erst in drei, vier oder fünf Jahren wissen, was die FMA als Fehlverhalten ansieht und was nicht.

Moderator Klaus Koban gab den Vermittlerkollegen zum Abschluss vier Tipps in aller Kürze mit:

  • Vertriebsvorkehrungen schriftlich zur Einhaltung des best interest und Vermeidung von Interessenskonflikten.
  • Eigene Vertriebsstrategie für Versicherungsanlageprodukte
  • Aktive Offenlegung von Art und Quote der Vergütung im Maklervertrag und Beratungsprotokoll
  • Bei Versicherungsanlageprodukten – Offenlegung der Kosten in aggregierter Form, auf Nachfrage des Kunden – Einzelposten.

Am Bild oben v.l.n.r.: Rudolf Mittendorfer, Arno Schuchter, Gerald Tschrepitsch, Moderator Dr. Klaus Koban, Günter Weiß, Werner Panhauser und Dr. Ralph Müller.